Ich bin in einer sehr ländlichen Gegend aufgewachsen. Und ich kann mich erinnern, dass es über das Jahr verteilt viele Traditionen gab, an denen jeweils die ganze Familie teilgenommen hat. So zum Beispiel im Frühjahr Kartoffeln setzen, das Mosten im Herbst und – für uns Kinder immer ein Höhepunkt – Sauerkraut machen.
So haben wir uns vor zwei Jahren entschieden, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Warum? Es macht Spass, unseren Kindern einige dieser alten Traditionen weiterzugeben!
Hilfsmittel braucht es nicht viele. Unumgänglich ist ein Gärtopf (z.B. ein 10l-Topf aus der Landi) und einen Krauthobel (alternativ geht auch ein grosses Messer….). Dazu natürlich 10 kg Weisskohl / Kabisköpfe, etwas Salz (ca 10-15 gr pro 1 kg Kohl) und eine Handvoll Wachholderbären – äh -beeren. Und nicht vergessen: Ein paar Kinderfüsse.
„Kinder: Wisst Ihr noch, letztes Jahr? Wollt Ihr wieder mitmachen?“
„Was denn, Papi?“
„Sauerkraut stampfen!“
„Der Mittlere: Au JAAAAA!!“
„Die Kleine: Quieeeetsch?!?“
„Der Grosse: Wäh, Gruusig!“
Nun ja, auch dies hat sich dann ergeben. Kaum waren die Kabisköpfe gehobelt im grossen Bottich gelandet, standen alle Drei mit nackten Füssen da. Nun bitte sehr gründliches Waschen nicht vergessen (Sauberkeit ist sehr wichtig – und das Auge ist mit J), das Salz reingeben, und los geht’s. Das Kraut muss mit den Füssen (unterstützt von Papis Fäusten) solange zerdrückt werden, bis es so richtig im Saft schwimmt, was erstaunlich schnell geht. Salzgehalt prüfen: Es muss angenehm salzig schmecken. Eine kleine Handvoll Beeren reingeben und alles sorgfältig in den Gärtopf schichten. Auf den Boden und obendrauf lege ich immer ein paar übriggebliebene Kohlblätter. Wichtig: Das Kraut muss vollständig mit Saft bedeckt sein. Dann Abschlusssteine draufpacken, Topf verschliessen und die ersten 2-3 Wochen etwas wärmer, dann im Keller lagern. Unbedingt regelmässig den Flüssigkeitspegel und die Sauberkeit kontrollieren. Wenn nötig, Belag entfernen und Flüssigkeit im Topf und am Rand mit Salzwasser auffüllen. Ab etwa 4 Wochen könnt Ihr bereits das erste Mal probieren.
Bei Fragen ungeniert auf mich zukommen oder das Internet zu Rate ziehen.
En Gueta, Euer Pascal
(1. Veröffentlichung im Seegräbner Boten im Dezember 2015)
