Die Zaubermaschine

Seit letztes Jahr das Jahrhundertjahr der Äpfel war, und somit die Thurgauer wie aber auch unsere Bauern hier in der Gegend von Äpfel nur so überschwemmt wurden, ist die Versuchung nach Apfelmus zumindest in meiner Familie grösser denn je. Und gerade mit meinen 3 kleinen Rackern (sogar Klein-Fiona beteiligt sich schon mit Feuereifer daran) kann ich Apfelmus kaum so schnell herbeischaffen, wie es gegessen wird. Die wissen, was gut ist, die Römer … äh die Kleinen.

Und Hand aufs Herz: Wer hat nicht schon alle verschiedenen Sorten aus Migros, Coop, Volg und Spar etc. ausprobiert in der Hoffnung, endlich das perfekte, nicht zu süsse Apfelmus zu finden? Häufig vergebens? Also, selber Hand anlegen ist das Motto.

Dieses Abenteuer (das ist es, wenn man alleine mit drei kleinen Kindern zuhause ist) hat drei Phasen:

1) ein Besuch bei unserem Bauern Guyer, der hinten in der Ecke fast immer eine grosse Kiste mit Kochobst zum Verkauf stehen hat (perfekt für unser Vorhaben). Also, nehmen wir mal 10 kg, denn es muss sich ja lohnen.

2) Nach dem Motto, wie kriege ich 10 kg trotz oder gerade mit den 3 Kleinen geschält und ohne „Bizgi“ so schnell in den Topf, dass weder Kimi noch Florian den Vertleider kriegen? Theo (Danke!) hatte den sensationellen Geheimtipp: Die Zaubermaschine, die in einem Schritt schält, Bizgi entfernt und den Apfel in Ringe schneidet. Und das Schöne daran? Die Kleinen lieben diese Maschine und könnten somit STUNDENLANG mithelfen! Win-win!

3) Der Rest ist banal. Ich lasse Äpfel Äpfel sein und gebe meistens außer etwas Zitronensaft und vielleicht mal eine Zimtstange gar nichts hinein, weder Zucker noch sonst was. Somit schmeckt zwar das Apfelmus je nach Äpfel immer etwas unterschiedlich, hat aber immer seinen eigenen Charakter. Und süss genug ist es allemal. Nun die Äpfel köcheln lassen, bis sie weich sind. Mein letzter Trick: Nicht pürieren, sondern den good-old-English Kartoffelstampfer verwenden. Dies gibt die perfekte Konsistenz.

Zum Schluss heiss in Einmachgläser abgefüllt könnt Ihr das selbstgemachte Apfelmus nun Wochen- oder gar Monatelang aufbewahren.

En Gueta, Euer Pascal

(1. Veröffentlichung im Seegräbner Boten im April 2015)

PS. Das Titelbild stammt von der Website des Herstellers Rosenstein & Söhne.