Begegnungen dritter Art

Wieder einmal ist es Zeit für die monatliche Kolumne. Und so sitze ich hier und überlege, worüber ich diesen Monat schreiben möchte. Da ich aber zurzeit mehrere Tage geschäftlich in den USA unterwegs bin, sind klassische Chuchichäschtli-Themen doch ziemlich weit entfernt. Und deshalb habe ich mich entschieden, Euch dieses Mal etwas über Begegnungen dritter Art zu erzählen, wie ich sie selber heute Morgen hier am Rande des Rocky Mountains National Park erlebt habe.

Zuerst eine Frage: Wisst Ihr, was ein Moose ist? Nein? Ich wusste nur, dass dies eine Art Elch und in seiner Art die grösste Variante der Deer Familie ist, wozu auch klassische Elche und Hirsche gehören. Und seit heute weiss ich, dass – in den Worten eines US-Einheimischen – diese Riesenviecher charakterlich die  Rhinozerösser Amerikas sind, nämlich je momentaner Lust und Laune zu den aggressivsten und gefährlichsten Tiere der Rockies gehören. Zitat: „Schau, dass immer mindestens ein seeehr grosser Baum zwischen Dir und dem Moose ist“.

Und solch ein Riesen-Prachtexemplar haben wir heute Morgen hier in Colorado gemütlich dösend im Garten unserer Lodge vorgefunden. Kaum 5 Minuten später war die ganze Lodge auf den Beinen: hinter den Fenstern, auf dem Balkon; die ganz Mutigen haben um die Hausecke gespienzelt, nur um einen Blick auf dieses Urgetüm werfen zu können, immer sehr sorgfältig darauf bedacht, dass unser Moose ja nicht auf uns aufmerksam wird, denn wehe dem der….

Eine halbe Stunde später hatte unser Kollege sich fertig ausgeruht, nur um kaum fünf Minuten später einer ganzen Familie Platz zu machen: Papi-Moose, Mami-Moose und 2 Babies. Unglaublich! Beim Anblick dieser Herde wurden nun sogar unsere Landlords sehr „excited“ und haben mit Worten wie „extraordinary“, „lovely“ usw nicht mehr gegeizt. Mein Handy hat sein Bestes gegeben, aber dieses eine Mal habe ich meine altbewährte Spiegelreflex-Kamera sehr vermisst….

Dass ich dann eine knappe Stunde später auf einer wunderbaren Joggingrunde durch die hiesigen Wälder noch über Hasen und eine ganze Herde Deers (Hirsche) gestolpert bin und nebenbei während der ganzen Zeit sehr sorgfältig Ausschau nach dem Mountain Lion gehalten habe, der angeblich irgendwo hier in der Gegend zu Hause sein soll, ist fast nicht mehr erwähnenswert.

Rockies, ich komme wieder!

Bis nächsten Mal

Euer Pascal

(1. Veröffentlichung im Seegräbner Boten im November 2015)